Tipps zur An- und Abfahrt

Damit nichts anbrennt

1. Vor der Fahrt

Das Busunternehmen sollte vor der Buchung informiert sein, um was für eine Fahrt es sich handelt. Mögliche Probleme mit Polizeikontrollen und im schlimmsten Fall Nazis sollten angesprochen, wenn auch nicht dramatisiert werden. Auch die Busfahrer_innen selbst müssen informiert sein. Zur Sicherheit muss dies durch die Busdelegierten (s.u.) am Anfang der Reise geschehen.
Mit den Busfahrer_innen muss auch besprochen werden, welche Verhaltensregeln die Gruppe beschlossen hat. Also z.B. eventuelles gemeinsames Aussteigen vor einem Kontrollpunkt etc. Was absolut wichtig ist: Bei längeren Anfahrtsstrecken müsst Ihr sicherstellen, dass ein_e zweite_r BusfahrerIn mitfährt, damit die vorgeschriebenen Pausen bzw. Ruhezeiten eingehalten werden können ohne dass ihr unverhofft mehrere Stunden an einer Stelle steht und ohne Schutz da steht!
Bereits vor der Abfahrt muss mindestens ein Treffen der Mitfahrenden durchgeführt werden. Hier müssen zum einen mögliche Probleme auf der An- und Abfahrt und auf dem gesamten Aktionstag besprochen werden. Daraus sollten gemeinsame Handlungsperspektiven abgeleitet werden. (Also was tut wer wann) Zum anderen dient solch eine Veranstaltung vor der gemeinsamen Reise auch nochmal der Klärung der Strukturen im Bus und dem Wissensausgleich darüber was bevorsteht. Dabei muss den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Mitreisenden Rechnung getragen werden - wenn beispielsweise sehr junge oder sehr alte Genoss_innen mitfahren, es handicaps bei einzelnen gibt oder ob es z. B. Probleme mit dem Aufenthaltsstaus von Leuten gibt, muss dies möglichst von der gesamten Gruppe berücksichtigt werden.

Bei dem Treffen sollten alle der unten genannten Punkte besprochen- und Aufgaben verteilt werden:

Es müssen 2-4 Busdelegierte gewählt werden, die schon gewisse Erfahrungen mit Reisen dieser Art gesammelt haben. Diese sollen als AnsprechpartnerInnen für die BusfahrerInnen dienen, den Kontakt zu den voraus- und hinterherfahrenden Autos sowie zur überregionalen Buskoordination halten und im Falle von Problemen schnell Entscheidungen auf Grundlage der abgesprochenen Verhaltensregeln treffen können. Es sollten sich pro Bus ca. 10 Personen zusammenfinden, die sich vorrangig für den Schutz bei Pausen, möglichen Zusammentreffen mit Nazis und Polizeikontrollen zuständig fühlen.

Schließlich sollten möglichst 2 Autobesatzungen gefunden werden, die unauffällig (d.h. zivil gekleidet und in unauffälligen Fahrzeugen) vor und hinter dem oder den Busssen fahren. Für den Kontakt zwischen Bus und Autobesatzungen empfehlen sich Funkgeräte oder - saubere! - Handys.Optimal wäre es, wenn es in jedem Bus Demo-SanitäterInnen gäbe.

Daneben hat es sich bewährt, Listen mit den Namen und offiziellen Wohnadressen sowie Geburtsdaten der Mitreisenden zu erstellen und bei einer erreichbaren Person bei Euch zu Hause zu hinterlegen. Damit ist gewährleistet, dass die Namen von Festgenommenen festzustellen sind. Dies erleichtert die EA-Arbeit enorm.

Die Anfahrten sollten möglichst regional und bundesweit koordiniert werden. Versucht daher, Euch mit anderen Städten in der Region in Verbindung zu setzten. Die oben genannten Fragen müssen dann auch zwischen den verschiedenen Bussen frühzeitig geklärt werden.
Zur bundesweiten Koordination meldet Euch möglichst frühzeitig unter unserer email-Adresse. So können wir euch im folgenden auch Bus Parkplätze empfehlen, Zeitpläne koordinieren etc.  Wir versuchen dann, die verschiedenen Konvois miteinander abzustimmen. Ziel ist es, dass wir möglichst alle gemeinsam unbehelligt Dresden erreichen, ohne vorher lange auf irgendwelchen Raststätten aufeinander warten zu müssen. Eine vorherige Anmeldung erleichtert auch die Anbindung an und Koordination mit dem Ermittlungsausschuss.

 

2. Während der Fahrt

Aufgaben der verschiedenen Gruppen:
Die Busdelegierten sollen v.a. den Kontakt zu den BusfahrerInnen und zu anderen Bussen bzw. der überregionalen Buskoordination halten und die Strecke und Pausen und die Koordination mit anderen Konvois und uns planen. Während der gesamten Fahrt sollte immer mindestens einE BusdelegierteR am Bus bleiben. Die Deligierten müssen zu gegebener Zeit nochmal per Durchsage den aktuellen Stand mitteilen, EA Nummern durchgeben, auf Sani Strukturen hinweisen, Stadtpläne mit allen wichtigen Punkten drauf markiert bereithalten und verteilen. Besonders wichtig ist auch die Vermittlung des gemeinsamen Abfahrtstreffpunktes am Ende und der dazu gehörigen Zeit. Die Gruppe muß sich noch klar werden wie auf etwaige Unwägbarkeiten reagiert oder darüber kommuniziert wird. Also Telefonnummern der Bezugsgruppen austauschen, damit Zeit oder Ort einer Verschiebung alle erreicht. Ebenfalls müssen die Busdeligierten eventuell notwendige kurzfristige Entscheidungsprozesse moderieren.  Insgesamt sollten sich die Delegierten im Laufe der Fahrt abwechseln, da niemand länger als ca. 5 Stunden konzentriert sein kann.
Die Aufgabe der Schutzverantwortlichen konzentriert sich vor allem auf Pausen und Zusammentreffen mit Nazis bzw. Polizeikontrollen. Sie sollten während der Pausen möglichst immer am Bus bleiben, um diesen gegen auftauchende Nazis verteidigen zu können. Im Falle von Polizeikontrollen sollen sie den schnellen Ausstieg der Gruppe ermöglichen. Die Schutzverantwortlichen sollten möglichst in der Nähe der Bustüren sitzen.
Die mitfahrenden Autos haben vor allem die Aufgabe, Autobahnraststätten und andere mögliche Pausenorte zunächst mit ausreichend „Vorsprung“ daraufhin zu überprüfen, ob sich dort Nazis aufhalten, um ggf. eine alternative Raststätte wählen zu können. Und den nachfolgenden Verkehr im Pausenzeitraum auf eventuell „auffahrende“ Nazis zu überprüfen.

Allgemeines Verhalten während der Fahrt
Drogen und Alkohol haben auf der Fahrt nichts verloren - es kann zu einer ganzen Reihe von brenzligen Situationen kommen, bei denen alle so fit wie möglich sein müssen.
Auch Waffen und sonstige verbotene Gegenstände sollten besser nicht mitgeführt werden - findet die Polizei solche Gegenstände, droht nicht nur der betroffenen Person, sondern dem gesamten Bus die in Gewahrsamnahme.
Handys sollten während der Fahrt möglichst ausgeschaltet bleiben da diese mittlerweile gerne beschlagnahmt werden. Zur Kommunikation mit anderen Bussen und der Koordination sollte ein „sauberes“ Handy benutzt werden. Achtet auf genug Trinken im Bus. Wasser ist für alle enorm wichtig!

Verhalten vor und bei Pausen:
Anzahl und vor allem Dauer der Pausen sollten von den Busdelegierten - ggf. in Absprache mit den anderen - festgelegt werden. Bevor der Bus eine Raststätte ansteuert, sollte eines der Begleitautos mit ausreichend Vorsprung diese überprüfen, um Zusammentreffen mit Nazis möglichst ganz zu vermeiden.
Während der Pause sollten sich alle möglichst immer in der Nähe des Busses aufhalten und sich nur in Gruppen von diesem entfernen. Die angesagte Dauer der Pausen muss ernst genommen werden - es ist sehr riskant, wenn der ganze Bus auf zwei Leute wartet.
Die Schutzverantwortlichen sollten immer direkt am Bus stehen, um bei Zusammentreffen mit Nazis den Bus und die Einsteigenden zu schützen und eine schnelle Abfahrt zu ermöglichen. Das hintere Auto sollte möglichst erkennen und mitteilen wenn Nazis von hinten herankommen oder womöglich die selbe Raststätte ansteuern.

Verhalten bei Zusammentreffen mit Nazis:
Wir mobilisieren dafür, dass möglichst viele Menschen an den  Blockaden teilnehmen - oberstes Ziel ist  daher, möglichst ohne Zwischenfälle in Dresden anzukommen. Es kann daher bei Zusammentreffen mit Nazis nur um Selbstschutz gehen. Angriffe auf Nazis sind absolut kontraproduktiv in dieser Situation. Konkret muss die Gruppe daher sicherstellen, dass alle möglichst schnell einsteigen und der Bus weiterfahren kann. Die Schutzmenschen müssen dabei das Einsteigen und die Abfahrt des Busses sichern.
Die Gruppe muss sich eine Möglichkeit überlegen, wie bei überstürzter Abfahrt schnell durchgezählt werden kann, damit niemand auf einer Raste mit Nazis vergessen wird.

Verhalten bei Polizeikontrollen:
Bei Polizeikontrollen hat es sich oft bewährt, wenn die Gruppe möglich schnell und geschlossen den Bus verlässt - als Ansammlung/Demonstration außerhalb des Busses sind wir aktionsfähiger und können besser Druck aufbauen, um ein schnelles Weiterkommen durchzusetzen. Die Aufgabe der Schutzmenschen ist es daher, schnell aus dem Bus auszusteigen und sicherzustellen, dass auch die anderen aus dem Bus kommen. Eine Person der Busdeligierten muß dann den Kontakt zur BusfahrerIn halten, um möglichst zu erreichen, dass das beschlossene Vorgehen möglich wird. Denn diese sind von den Cops einfach unter Druck zu setzten, schließlich redet man im Zweifel über deren Führerschein. 
Die Busdelegierten müssen aber gegebenenfalls auch spontan entscheiden können, dass alle im Bus bleiben - wenn klar wird, dass die Polizei mit unangemessener Härte reagiert, muss sie einen klaren Handlungsspielraum haben, der auf dem Vortreffen abgeklopft wird.
Bereits im Vorfeld muss besprochen werden, wie die Gruppe damit umgeht, wenn Einzelnen aus dem Bus die Weiterfahrt verwehrt wird oder diese sogar festgenommen/in Gewahrsam genommen werden sollen.

3. Abreise und Rückfahrt

Bereits bei Ankunft in Dresden ist Abfahrtsort- und zeit mit der Gruppe und den BusfahrerInnen besprochen worden und abgesprochen werden, wie etwaige Änderungen kommuniziert werden können. Jetzt beginnt der eigentlich gefährliche Abschnitt der Wegstrecke. Erfahrungsgemäß sind die Nazis auf der Rückstrecke offensiver als auf dem Hinweg. Die hatten entweder  ja schon ihr Gemeinschaftserlebnis oder sogar noch eine Rechnung offen wenn alles super lief. Also sei hier gemahnt: Die Busse müssen vollgetankt am Treffpunkt stehen und der/die Fahrerin muß mindestens ca. 3 Stunden am Stück fahren können. Wir empfehlen so lange wie möglich nicht zu halten. Also: die Deligierten müssen vor der Abfahrt alle zu Toilette schicken! Auch wenn jetzt alle müde und erschöpft sind und nach dem erfolgreichen Tag gerne das erste Bier trinken würden: Auch für die Rückfahrt müssen die oben genannten Verhaltensweisen gelten, da insbesondere hier Zusammentreffen mit Nazis zu befürchten sind. Also Konvoistrukturen vorne und hinten wie beschrieben. Schutz und Deligierte haben die selben Aufgaben wie oben und müssen im Fall der Fälle auch ersetzt werden.

Dann sollte alles gut laufen.

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